Archive für Februar 2005

Der Clou mit dem Zoladex

Liebe …, der Clou mit dem Zoladex wäre ja genau die Verhinderung einer vorzeitigen Menopause. Da meine Hormonrezeptoren negativ waren, kommt eine AHT ohnehin nicht in Betracht. Deshalb war die Überlegung des einen Arztes mich während der Chemotherapie künstlich in die Wechseljahre zu versetzen und so die Zell(teilungs)aktivität der Eierstöcke runter zu fahren, damit sie keinen Angriffspunkt der Zellgifte mehr darstellen. So hätte ich nach seiner Ansicht nach Beendigung der Chemo und Absetzen von Zoladex eine größere Chance meine Periode wieder ganz normal zu bekommen. 

Lieben Dank für deine Unterstützung!

Die Therapie-Vorschläge

Tja, seit gestern liegen mir 2 Therapievorschläge vor unter denen ich mich nun entscheiden soll. Ich habe eine Woche Bedenkzeit erhalten, wobei ich nicht weiß, ob das gut oder schlecht für mich ist. Aber vielleicht könnt ihr mich ja mit euren Erfahrungen beraten und mir vielleicht noch Argumente für die eine oder andere Variante geben. 

Variante I: 6xFEC + Radiatio
Variante II: 4xEC –> 4xTaxol/Taxotere + Herceptin + Radiatio 

Meine Idee mit dem Zoladex begleitend zur Chemotherapie zwecks Ovarschutz und Vermeidung einer vorzeitigen Menopause fand der eine Arzt nicht so klasse, der andere hatte keine Bedenken bzgl. negativer Auswirkungen auf die Wirksamkeit der Chemo, meinte jedoch, dass es aber auch keine Garantie für die Erreichung des angestrebten Zwecks gäbe. *Hmm….* Meine private KV hat sich bereits telefonisch bereit erklärt, die Kosten für die Herceptin-Behandlung zu übernehmen - ich bräuchte nur noch eine ärztliche Verordnung (also ein Rezept) hinzuschicken, dann bekäme ich die schriftliche Erklärung der Kostenübernahme. *Uuups* - da hatte ich schon geglaubt, Variante II würde sich quasi von selbst erledigen. Ich finde das natürlich super von der KV, aber d.h. natürlich auch, dass ich selbst eine Entscheidung treffen muss.  Variante I klingt verlockend, da ich mit der Chemo Ende Juni durch sein könnte und dann nach der Bestrahlung vielleicht Mitte August 2005 das Therapie-Ende erreicht hätte. Bei Variante II bekäme ich die 8. Chemo im August, danach Bestrahlung und Herceptin für 1 Jahr, d.h. vorauss. Therapie-Ende im August 2006 - *uff*. Irgendwie habe ich bei Var. I die Sorge, dass dies wegen des Her2_neu 3+ vielleicht nicht ausreichend wäre, auf der anderen Seite klingt Var. II dagegen wie Kanonen auf Spatzen bei meinem pT1c,pN0,M0,G3; ER0, PR0, Her2_neu3+ Tumor. Was meinst du dazu? 

Das mit der Wartezeit von 2 Jahren habe ich auch gelesen - dann wäre ich bei Var. I fast 39 J. und bei Var. II fast 40 J. !?! Deshalb habe ich mir überlegt, das Ganze - vor allem die Zoladex-Kiste - morgen mit meiner neuen Gynäkologin zu besprechen. Es soll nämlich möglich sein, anhand des aktuellen Hormonwertes eine prozentuale Aussage über die Fruchtbarkeit und die Chancen einer Schwangerschaft zu treffen. Ich suche halt an jeder erdenklichen Ecke nach sachlichen Argumenten, die mir weiterhelfen können, diese Entscheidung beizeiten zu treffen.  Das Thema “Eier einfrieren” hat sich erledigt, da hierzu die Eierstöcke erst einmal mittels Hormonen über mehrere Monate zu einer quasi-Überproduktion animiert werden müssten, um mehr als ein fruchtbares Ei zu entnehmen - und mit einem einzigen Ei fängt der gründliche Deutsche ja gar nicht erst an. Alternativ käme allerdings eine sog. Cryokonservierung von Eierstock-Gewebe in Betracht, wobei das sicherlich ein privat zu finanzierender “Spaß” sein dürfte. Ich werde aber auch hierzu morgen mal nachfragen.  Wie soll ich es anders sagen: Es bleibt weiterhin spannend.  Ich freue mich auf viele Anmerkungen und Beiträge aus dem Forum, die mir hoffentlich weiterhelfen! 

WEAR YELLOW – LIVE STRONG

Juhu - ich bin wieder zu Hause! Kurz bevor ich gegangen bin, hat mich die Stationsärztin noch darüber informiert, dass sich die Ergebnisse des Schnellschnitts während der OP nun in der feingeweblichen Untersuchung bestätigt hätten: Die entnommenen Lymphknoten sind tumorfrei! Nun fehlt noch die Bestätigung bzgl. des Rezeptorstatus, der bislang ja nur anhand des Biopsiegewebes bestimmt worden ist.  

So wie ich es bislang verstanden habe, würde die Herceptin-Behandlung bei Bestätigung des HER2_neu = 3+ im sog. “off label use” und nicht im Rahmen einer Studie erfolgen, da das Präparat bislang ja nur für den metastasierten BK zugelassen ist. D.h. ich würde ein entsprechendes ärztliches Empfehlungsschreiben seitens der Klinik erhalten, um mit meiner Krankenversicherung die Kostenübernahme zu klären. Da sich diese bislang immer recht kulant und umgänglich gezeigt hat, bin ich eigentlich noch ganz optimistisch, dass dies klappen wird. Hinsichtlich eines Rechtsanspruches könnte es kritisch aussehen, allerdings stammt das Urteil, das ich hierzu gefunden habe, aus 11/03.  Morgen Nachmittag haben wir (mein Quasi-Mann - Verlobter hört sich so komisch an ;-) ) dann den Termin bei Prof. M., um den Therapievorschlag zu besprechen. Falls das Thema Studie ansonsten akut werden sollte, werde ich es ja hoffentlich dann morgen erfahren. Meine “Steckdose” - wie ich meinen Port inzwischen liebevoll nenne ;-) - versucht gnadenlos mit mir Freundschaft zu schließen und es scheint allmählich auch zu funktionieren. Heute morgen habe ich in einem Anflug von Wahnsinn sogar darum gebeten, das Blut über den Port abzuzapfen. Der Druck beim Einstich war noch etwas schmerzhaft, weil der gesamte Bereich unmittelbar um den Port herum auch noch immer empfindlich ist. Aber es wird …  

Bzgl. des Ovarschutzes habe ich mich übrigens verhört. Falls der Hormonrezeptorstatus negativ bleibt, kommt eine Behandlung mit Zoladex für die Dauer der Chemo in Betracht. Hierzu habe ich unter www.mammakarzinom-info.de/schutz_eierstoecke.html  viele Informationen gefunden.  Das erste Etappenziel betrachte ich hiermit als erfolgreich erreicht. Nun begebe ich mich in die mentale Vorbereitung auf die ersten leichten Gebirgsstrecken meiner persönlichen “Tour de France” … und solange halte ich es mit Lance Armstrong: WEAR YELLOW – LIVE STRONG (www.livestrong.org).