Archive für Februar 2005

Ein Port

Nachdem so viele von euch so schlechte Erfahrung mit der ambulanten Verlegung eines Ports unter lokaler Betäubung gemacht haben, hätte ich gerne eine Empfehlung. Sollte ich mich darum bemühen, mir bereits im Rahmen meiner OP am nächsten Mittwoch einen Port legen zu lassen? - Wenn sich die Prognose des operierenden Arztes erfüllt, werde ich nach der brusterhaltenden OP neben der Bestrahlung auch 6 Zyklen Chemo-Therapie bekommen. Bei meinem Autounfall vor drei Jahren habe ich den AIPlern als Test-Person gedient, wobei diese zwar in der Regel auf Anhieb den Arm, selten aber eine Vene getroffen haben. Das brauche ich eigentlich nicht noch einmal.

„Über‑Lebensbuch Brustkrebs“

Inzwischen habe ich meinen OP-Termin bekommen: Mittwoch, 16.02.2005.

Zwischenzeitlich habe ich mich vor allem via Internet informiert und bin dabei u.a. auf die Seiten von www.mamazone.de  gestoßen und habe mir daraufhin das „Über‑Lebensbuch Brustkrebs“ bestellt, was mir wertvolle Informationen liefert. Ich kann es euch allen nur empfehlen, wenn ihr euch ausführlich informieren und euer “Schicksal” aktiv und intensiv in die Hand nehmen wollt.

Die “Privatpatienten-Kartoffel”

Der Oberarzt hat mir heute ca. eine Stunde lang in allen Einzelheiten erklärt, wie meine OP genau verlaufen wird. Und am Ende des Gesprächs meinte er dann doch tatsächlich, dass ich dann nur noch einen OP-Termin beim Chef auszumachen bräuchte. Ich habe erst gar nicht verstanden, worauf er hinaus wollte. Es sei nun einmal so, dass Privatpatienten vom Chef operiert würden.

In diesem Moment dachte ich wirklich, ich stehe im Wald! Da erklärt mir ein Arzt geschlagene 60 Minuten lang, wie er mich zu operieren gedenkt, erwirbt so mein Vertrauen und lässt mich dann fallen wie eine heiße “Privatpatienten-Kartoffel”. Als ich dann Anstalten machte, mich zu wehren, wurde ihm das zusehends unangenehm. Ich habe mich dann schlichtweg geweigert: “Ich habe in meinem Versicherungsvertrag etwas von einem Anspruch auf eine Chefarztbehandlung gelesen, aber von einer Abnahmeverpflichtung stand da gar nichts drin!” Daraufhin musste selbst der Oberarzt lachen und versprach mir, mich selbst zu operieren.