Archive für Dezember 2008

Adieu, mein geliebter Freund …

… nun ist es vollbracht!

Nach genau 3 Jahren, 10 Monaten und 2 Tagen habe ich mich endlich von dir trennen können - oh, du meine geliebte “Steckdose”. So habe ich ihn all die Jahre über genannt, meinen Port. Er hat mir wirklich sehr treue Dienste geleistet. Und so habe ich keine Sekunde gezögert, mit Ja zu antworten, als der Oberarzt mich fragte: “Wollen Sie ihn mit nach Hause nehmen?” - Bei seinem anwesenden Chef hingegen, löste allein die Tatsache, dass eine solche Frage nun im OP existierte, das schiere Entsetzen aus. :-)

Ich fand es aber äußerst interessant, mir meine Steckdose nun endlich mal bei Licht etwas genauer betrachten zu können. Schließlich hat er mich durch meine schwersten und glücklichsten Tage im Leben begleitet. Von seinen vielen Einsätzen (8 Chemos, 20 Herceptin-, unzählige Vit.-C- und Selen-Infusionen und etliche Spülgänge) sieht seine Membran schon ganz schön strapaziert aus. Deshalb war es wohl wirklich an der Zeit, seinem Antrag auf Ruhestand nachzukommen.

Meine

Für diejenigen, unter euch, die sich nun fragen, “Warum hatte die das Ding überhaupt so lange drin!?! Konnte die sich nicht trennen?”, kommt hier nun eine kurze Zusammenfassung (wer will auch schon all die Einträge in einem Blog rückwärts lesen): Allein meine schulmedizinische Therapie dauerte fast 1 1/2 Jahre. Danach habe ich meine komplementäre Therapie fortgesetzt. Und als ich nach fast zwei Jahren nach Diagnosestellung einen Termin zur Portentfernung machen wollte, kam mir (Gott sei Dank!) meine Zwillingsschwangerschaft sowie einige Monate Stillzeit dazwischen.
Und den Rest könnt ihr nachlesen - sind nur zwei/drei Einträge zurück … :-)

So, nun wünsche ich uns allen ein
FROHES FEST und viel, viel, viel GESUNDHEIT für 2009!!!

Ihr Kinderlein kommet … von wegen

Tja, auch wenn dieses weihnachtliche Motto gerade gut passen würde und es sich vor gar nicht all zu langer Zeit auch schon als selbsterfüllende Prophezeiung herausgestellt hat, so sieht es in der diesjährigen Adventszeit ganz anders aus. Denn wie ich bereits im September-Beitrag “Großangriff” berichtet habe, werde ich meine Hormonquelle versiegen lassen. Allerdings habe ich mich nun doch für eine andere Strategie entschieden. Nach Beratung mit den meiner Meinung nach fachlichen Experten für meine Themen, habe ich beschlossen, mich zunächst der Region << südlich des Bauchnabels>> zu widmen, um mich dann Anfang Februar den nördlichen Regionen zuzuwenden.

Eines habe ich zum Glück in den vergangenen Jahren lernen dürfen: Meinungen sind auch durchaus dazu da gelegentlich geändert zu werden. Früher hätte ich mich sehr schwer getan, von einer solchen Ankündigung wieder abzurücken - getreu dem Motto “gesagt, getan”. Verrückt, nicht wahr? Aber so war ich halt, streng mit mir selbst wie mit keinem anderen.

Interessant ist vielleicht noch die Empfehlung meines HP zur homöopathischen Vor- und Nachbereitung meiner OPs:
- Arnica C 200 - 2-3 Kügelchen vor der OP
- Nux vomica C 30 - 2-3 Kügelchen nach der OP gegen den Anästhesie-Kater
- Staphisagria C 200 - 2-3 Kügelchen nach der OP wegen der Schnittwunden

Erstaunlich finde ich, dass sich allmählich eine Art Abschiedsstimmung bei mir einstellt, die vielleicht auch typisch ist für den Dezember, wenn sich das Jahr dem Ende neigt. Aber irgendwie ist da noch ein anderes Gefühl. Obwohl ich meine Entscheidungen sehr bewusst treffe und alle Für und Wider gegen einander abgewogen habe, so bleiben es doch rationale Überlegungen. Meine emotionale Seite fühlt sich traurig an, weil es keine Großfamilie, keine Söhne und keine weiteren Babies geben wird. Vielleicht werden meine Haare grau, vielleicht nehme ich zwanzig Kilo zu und bekomme unzählige Falten … Klar, ich bin eh schon (zu) alt, mit unseren Zwillingen bin ich schon reich beschenkt, meine Kräfte würden nicht dafür reichen und man kann doch auch in Würde und mit Anmut “in die besten Jahre” kommen …. aber die Emotionen richten sich eben nicht nach rationalen Argumenten. Trotzdem habe ich keine Angst vor den Auswirkungen meiner Entscheidungen - weder rational noch emotional.

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