Carl Simonton ist tot

Durch Zufall erfahre ich, dass Carl Simonton gestorben sein soll. Irgendwie ist diese Nachricht erst einmal ein Schock für mich. Vor gut drei Jahren durfte ich ihn während einer Patientenwoche in Bad Zwesten persönlich kennen lernen. Ich war von seiner absoluten Ausgeglichenheit und Ruhe, die er ausstrahlte und mit der er uns sein Programm vermittelte, sehr fasziniert. Dies setzte sich in dem persönlichen Gespräch, das mein Mann und ich mit ihm führten, fort. Und nun sollte er einfach nicht mehr leben? So alt war er doch noch gar nicht …

Weder auf der Homepage des deutschen Simonton Cancer Centers noch auf der des SCC in den USA ist eine offizielle Meldung zu lesen. Ist es etwa nur ein Gerücht? Aber wer sollte daran ein Interesse haben? Oder ist er vielleicht eines schrecklichen, gar gewaltsamen Todes gestorben? Das stünde ganz im Gegensatz zu seinen Überzeugungen, die er im Zusammenhang von Tod und Sterben lehrte! Denn er war davon überzeugt, dass wir so sterben, wie wir leben … Wie sollte ich mit einer solchen Situation umgehen? Was würde das für mich persönlich bedeuten?

Endlich erfahre ich heute, dass es zumindest eine offizielle, bislang SCC-interne Mitteilung zum Tod von Carl Simonton gibt. An einem wunderbaren Tag, dem 18. Juni 2009, erstickte er während einer Mahlzeit. Er konnte zwar noch einmal reanimiert werden, verstarb dann aber später ganz ruhig im Kreise seiner Familie. Ich bin erleichtert, denn selbst mit seinem Tod ist mir Carl Simonton keine Antwort schuldig geblieben. Nein, für mich hat er ein erstrebenswertes Ziel bereits erreicht und erfolgreich umgesetzt:

Plane, als würdest du ewig leben
und sei bereit, heute zu sterben!

Ich danke Carl Simonton für alles, das er in meinem Leben bisher bewirkt hat und noch immer bewirkt! Mit jedem Tag meines Lebens werde ich ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Das verspreche ich mir selbst, denn auch ich plane für mich ewiges Leben und arbeite an meiner Bereitschaft, heute zu sterben.

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