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Vertrauen & Genesung … das wär’s!
Es ist toll, wie intensiv ich meine Schwester Ulrike insbesondere in den letzten Jahren begleiten und auch unterstützen durfte -vor allem als sie ihre Ausbildung zur Simonton-Beraterin nach kurzer Zeit abschließen konnte. Und dann hatte sie auch noch das große Glück, ihr Zertifikat von Dr. O. Carl Simonton persönlich ausgehändigt zu bekommen, ehe er wenige Monate später leider verstarb. Wir suchten gemeinsamen nach einem passenden Namen für ihre Praxis. Nach einem intensiven Brainstorming kamen wir zu dem Schluss, dass es eigentlich um zwei Aspekte geht, die ihr Anliegen am besten umschreiben und in denen wir beide unsere eigenen Erfahrungen wiederfinden:
Meine Diagnosen liegen zwar schon über fünf Jahre zurück, doch bekomme ich immer wieder zu spüren, dass meine Ängste und Sorgen vor einer Metastasierung oder Neuerkrankung dicht unter einer dünnen Schicht zarter Grashälmchen liegen, die ich versuche über die Sache wachsen zu lassen. Immer wieder sehe ich mich vor der Herausforderung, mein Vertrauen in meinen Körper, mein Immunsystem, meine körpereigenen Selbstheilungskräfte und vor allem in meine Gesundheit wiederherstellen zu müssen.
Plötzlich fühle ich einen Knubbel am Unterarm und … langsam, aber sicher macht sich eine verhaltene Panik in mir breit (“Blick in den Abgrund”). Dann schaffe ich es endlich, den Aussagen der Fachleute Glauben zu schenken und mich mit dem Lipom anzufreunden. Und dann etliche Monate später ist da plötzlich ein zweiter Knubbel am Arm, dicht neben dem ersten. Doch diesmal fehlt mir das Vertrauen. Ich lasse die Chirurgin ran und bekomme fast einen Herzklappenriss, als sie mich freundlicherweise noch am Freitagnachmittag anruft. Der pathologische Befund sei da …. die Sekunden ziehen sich zäh wie Kaugummi … Herzklopfen, Hirnsausen … und dann endlich: “alles o.k.!”.
Im Nachhinein fühle ich mich wie der “ungläubige Thomas”, denn eigentlich wusste ich es ja tief in mir drin, dass es nichts bösartiges ist. “Selig, die nicht sehen und doch glauben!” Diesen Satz Jesu in Joh 20,19-29 kann ich aber eigentlich so für mich nicht stehen lassen. Denn ich hatte es ja sogar vorher “gesehen” bei einer meiner Körperreisen bzw. gehört von meiner “inneren Stimme” bei einer meiner Imaginations-Meditationen. …. aber was ist das schon gegen den fachkundigen Blick eines Pathologen durch sein Mikroskop!?
Nun begleite ich meine Schwester durch ihre intensive Chemotherapie und beobachte auch bei ihr immer wieder eines: Es geht auch bei ihr immer wieder ums Vertrauen.
Mittlerweile wird mir klar, dass mein Vertrauen mein Schlüssel zur Genesung ist. Ich möchte dem Leben wieder vertrauen können! Anscheinend fehlt mir noch der ein oder andere Mosaikstein dazu, aber … ich bin dran.