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Ein Leben ohne Augenbrauen?

Diese Frage stellte ich mir noch vor einem Jahr. Denn auch über vier Jahre nach Ende meiner Chemotherapie sahen meine Ausgenbrauen noch so aus, als wenn ich mit verbundenen Augen oder unter hochgradigem Alkohol- oder Drogeneinfluss versucht hätte, sie zu zupfen. Alle Versuche, sie zu färben blieben ohne Erfolg, denn: Wo nichts ist, kann man ja auch nichts färben! Allmählich fing ich sogar an, mit dem Gedanken an ein Permanent Make-up zu spielen. Meine eigenen und die Bedenken aller Freundinnen, denen ich darüber berichtete, hielten mich jedoch davon ab. Dann bekam ich endlich den ultimativen Tipp, mit dem ich mich bis vor Kurzem ideal aus dieser misslichen Lage befreien konnte: Ein Augenbrauenpuder inkl. Schablonen. Ich entschied mich für eine kostengünstige Variante aus einem Drogerie-Markt, die mir wirklich gute Dienste leistete.

Und nun, was soll ich sagen? Ich brauche das Zeugs nicht mehr!

Erst fiel es mir gar nicht so recht auf, aber vor gut zwei Wochen bemerkte ich, dass nach dem Färben tatsächlich etwas zu sehen war. Und mittlerweile habe ich das Gefühl, es werden täglich mehr Härchen! „Was ist geschehen?“, fragte ich mich natürlich selbst und ich fing an zu rätseln. Was hatte sich denn geändert? Es dauerte eine Weile bis ich dann eine Option in Betracht zog, die ich nicht unmittelbar mit meinem Augenbrauen-Problem in Verbindung brachte. Doch inzwischen bin ich mir sicher, dass dies der Grund für das Wachstum ist.

Seit einigen Jahren beschäftige ich mich mit Imaginationstechniken und ich arbeite viel mit inneren Bildern. Irgendwann vor ein paar Monaten fiel mir ein etwa 15 Jahre altes Foto von mir in die Hände. Ich war verblüfft, welch schöne und volle Augenbrauen ich damals hatte und dachte mir, wie toll es wäre, wenn das wieder so wäre. Ein unerfüllbarer Wunsch, wie ich meinte. Kurz nach dieser Entdeckung besuchte ich einen Workshop, bei dem es um verschiedene Techniken der (Selbst-)Heilung ging. Ich setzte die vorgeschlagenen Übungen fort und nahm das empfohlenen Basis-Set der Blütenessenzen ergänzend ein und ….

Jetzt das: Ich habe wieder Augenbrauen!

Gerade mir als große Zweiflerin gibt dieses Erlebnis wieder einen Schubs in Richtung Vertrauen, Vertrauen in mich und meine eigenen Kräfte. Das ist einfach ein großartiges Gefühl!

Unter dem Damoklesschwert?

So lautete der Untertitel der Informationsveranstaltung zum genetischen Brustkrebs des UBZE (Brustzentrum, Universitätsfrauenklinik Essen) im Westdeutschen Tumorzentrum am 13. April 2011, die eigentlich meine Schwester initiiert hat.

Als ich den Veranstaltungsflyer in den Händen hielt, wurde mir klar, dass ich meinen ursprünglich geplanten Vortrag so nicht würde halten können und auch nicht wollen. Es war ein beeindruckendes und zugleich bedrückendes Gefühl dieses Programm zu lesen. Es wurde kein medizinisches Thema ausgelassen und die Referentenliste konnte sich mehr als sehen lassen. Das Programm war prall gefüllt, doch hatten alle Beiträge ausschließlich die körperlichen Aspekte im Fokus! Ich hatte das Bedürfnis, hierzu einen Gegenpol zu schaffen, der den Betroffenen aus der Seele spricht und ihr wichtiges medizinisches Unterstützungsteam innehalten und nachdenken lässt. Und so eröffnete ich meinen Vortrag mit der Frage:

Wo bleibt der Mensch als Ganzes?

Ich bestehe doch aus weit mehr als aus Brustdrüsengewebe, Brustwarzen, Eierstöcken, Eileitern und meinen Genen, oder!?

Wo bleibt meine Seele?

Steht man als sog. Hochrisikopatient(in) für Brust- und Eierstockkrebs tatsächlich unter dem Damoklesschwert, wie es der Veranstaltungstitel suggeriert? Auch diesen Punkt konnte ich nicht unkommentiert lassen. Und so bat ich meine Schwester während ihrer Reha um Unterstützung. Denn schließlich ist es ihr Metier, ungesunde Vorstellungen und Überzeugungen in gesundheitsförderliche zu verändern.

Brustkrebs genetisch - unter dem Damoklesschwert?

Die vielen positiven Rückmeldungen zeigen, dass wir uns auf einem guten Weg befinden. Ich hoffe, dass wir noch viele Gelegenheiten bekommen werden, uns in dieser Form zu engagieren, und dass wir das noch viele Jahre gemeinsam tun werden! Danke, Ike!

Jubiläum?

Heute ist es mal wieder soweit, heute ist

“Erste-Bratpfanne-Gedächtnistag”

und nun schon der 6., Anlass für einen kleinen Rückblick, wie ich meine. In diesen sechs vergangenen Jahren ist sooooooooooo viel geschehen und das alles nachdem ich damals sicher war, so etwas sicherlich nicht mehr zu erleben. Das Tollste sind natürlich meine Mädels, die nun schon 3 1/2 Jahre alt sind. Ein Wahnsinn, aber ein positiver! ;-) Ihre Geburt und meine damit verbundene Riesenpause von meinem eigentlichen Job (5 Jahre Elternzeit) hat mir so viele Möglichkeiten eröffnet. Ich kann meine verborgenen Talente entdecken und ausprobieren. Und … Kinder sind gnadenlos, sie spiegeln mich täglich und machen mir vor, wie das Leben im Hier und Jetzt gehen kann. Das ist echt ein Geschenk. Fazit: Ich liebe mein Leben und plane es ewiglich, nur mit meiner Bereitschaft, heute zu sterben, hapert es noch erheblich. Aber ich vertraue darauf, dass ich auch das noch schaffen werde, irgendwann …